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Leere

14.11. Vor einem Monat fand die Landtagswahl in Bayern statt. Danach entstand in mir erstmal ein Loch und Leere. Das habe ich oft, wenn ich lange Zeit auf etwas Großes hinarbeite. Und ist es dann geschafft, ist da das Loch. Und das obwohl man sich ja häufig bei solchen Großprojekten auf „die Zeit danach“ freut. Plötzlich weiß man gar nichts mit sich anzufangen, findet nicht so recht zurück in den Alltagstrott.

 

Und zu der Leere gesellte sich ein bitterer Beigeschmack. Die Spezi-Koalition belässt vieles, fast alles?, beim Alten. Gleichzeitig ist da ganz viel Euphorie, Stolz, Hoffnung. Wenn die eigene Arbeit so sichtbar und konkret Früchte trägt, ist das ein schönes Gefühl. Und das ist nicht jeder vergönnt.

 

In der Leere ziehe ich mich dann gerne zurück, sammele mich und sortiere neu. Der Blick geht nach vorne. Was soll wie in der Zukunft gewichtet werden, worauf will man den Fokus legen? 

 

Doch die Leere wurde leider auch schnell verdrängt, weil „die Zeit danach“ nicht so ruhig ausfiel wie geplant. Die Nachwehen wollen bearbeitet werden. Immer noch das Gefühl wie im Hamsterrad. Ein sicheres Indiz dafür, dass Strukturen nicht mehr passen und neu gedacht, neu geschaffen werden müssen. Gleichzeitig die Chance, denn das ermöglicht die Weiterentwicklung.

 

Für mich persönlich empfinde ich es stets als wohltuend, ganz neue Blickwinkel einzunehmen. Die Inspiration dazu kommt da freilich gerne auch mal von Außen. Da wird vieles plötzlich sichtbar, das man selbst im Tunnel nie entdeckt hätte. Und mit einem neuen Blickwinkel kann schnell eine ganz neue Realität entstehen. Und das Gefühl aus dem Hamsterrad aussteigen.


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